Chili & Aubergine erfolgreich aussäen

Düngen, ohne zu schaden – ein Praxisleitfaden für Kokos-Substrate

Chili und Aubergine gehören zu den beliebtesten wärmeliebenden Kulturen im Hausgarten. Gleichzeitig zählen sie zu den Pflanzen, bei denen bei der Aussaat die meisten Fehler durch falsche Düngung passieren.

Besonders bei torffreien Substraten wie Kokoserde ist ein gutes Verständnis entscheidend.

Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wann Dünger sinnvoll ist, welcher geeignet ist und warum weniger oft mehr ist.

1. Die wichtigste Erkenntnis vorweg

Keimende Samen brauchen keinen Dünger.

Chili- und Auberginensamen enthalten alle Nährstoffe, die sie für die Keimung benötigen. Jede zusätzliche Düngung in dieser Phase:

  • bringt keinen Vorteil
  • kann die Keimung hemmen
  • erhöht das Risiko für Pilzkrankheiten

👉 Gedüngt wird erst, wenn echte Blätter erscheinen.

2. Das richtige Substrat: Kokos + Perlit

Immer mehr Gärtner steigen auf torffreie Anzuchterden um. Eine bewährte Mischung ist:

  • 70 % Kokoserde (gewaschen & gepuffert)
  • 30 % Perlit

Vorteile:

  • sehr luftig
  • gute Wasserspeicherung
  • kaum Verdichtungsgefahr
  • nahezu keimfrei

Wichtig:

Kokoserde enthält von Natur aus kaum Nährstoffe und bindet Calcium und Magnesium – darauf muss später reagiert werden.

3. Aussaat & Keimung – bewusst ohne Dünger

Optimale Bedingungen:

  • Temperatur: 25–28 °C
  • gleichmäßige Feuchte (nicht nass)
  • hell, aber keine direkte Sonne

❌ Kein Flüssigdünger

❌ Kein Komposttee

❌ Kein Animalin oder organischer Stickstoff

In dieser Phase gilt: Wasser reicht völlig aus.

4. Der richtige Zeitpunkt für die erste Düngung

Sobald die Pflanzen 1–2 echte Blätter gebildet haben (nicht die Keimblätter!), beginnt der Nährstoffbedarf langsam zu steigen.

Das ist meist:

  • 7–14 Tage nach der Keimung

Jetzt ist eine sehr milde Düngung sinnvoll.

5. Geeignete Dünger für Jungpflanzen

Flüssige, milde Optionen (empfohlen)

  • Fischhydrolysat: 0,5 ml pro Liter Wasser
  • Wurmtee oder Kompostaufguss: 1:1 mit Wasser verdünnt
  • Anzucht- oder Jungpflanzendünger mit niedrigen NPK-Werten (z. B. 2-1-2)

Intervall: alle 10–14 Tage

6. Besonderheit Kokos: Calcium & Magnesium

Ein häufiger Fehler bei Kokos-Substraten ist der Calcium- und Magnesiummangel.

Typische Symptome:

  • helle junge Blätter
  • Wachstumsstörungen
  • schwache Stängel

Abhilfe:

  • Cal-Mag-Dünger oder
  • Bittersalz: ca. 0,3 g pro Liter Wasser, alle 2–3 Gießgänge

7. Jungpflanzenphase & Pikieren

Nach 3–4 Wochen werden Chili und Aubergine pikiert oder umgetopft.

Ab jetzt gilt:

  • Düngung langsam auf ½ Stärke erhöhen
  • weiterhin regelmäßig, aber nicht bei jedem Gießen
  • Pflanzen sollen kompakt, kräftig und dunkelgrün bleiben

Weiche, mastige Pflanzen sind ein Zeichen für zu viel Stickstoff.

8. Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet

❌ Düngung während der Keimung

❌ Zu hohe Konzentration bei Jungpflanzen

❌ „Viel hilft viel“-Denken

❌ Cal/Mag bei Kokos vergessen

👉 Geduld und Zurückhaltung führen zu besseren Pflanzen.

9. Fazit

Chili und Aubergine lassen sich hervorragend in Kokos-Substraten anziehen – wenn man den richtigen Zeitpunkt für die Düngung einhält.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Keine Düngung vor den echten Blättern
  • Danach nur sehr mild und flüssig
  • Kokos braucht Calcium & Magnesium
  • Weniger Dünger = stabilere Pflanzen

Wer diese Grundlagen beachtet, legt den Grundstein für gesunde Pflanzen, reiche Ernte und aromatische Früchte 🌶️🍆

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