Autor: Iven

  • Pflanzen richtig gießen: Von oben oder unten – welche Methode ist wirklich sinnvoll?

    Ob man Pflanzen von oben oder von unten gießt, wird erstaunlich emotional diskutiert. In der Praxis ist es jedoch keine Entweder-oder-Entscheidung. Viel wichtiger als die Methode ist das Ziel: ein gleichmäßig feuchtes, gut durchlüftetes Substrat – ohne Staunässe und ohne extremes Austrocknen. Und genau hier unterscheiden sich die Wege.

    Wasser erfüllt in der Pflanze mehrere zentrale Aufgaben. Es transportiert Nährstoffe aus dem Substrat in die Wurzeln, reguliert die Temperatur und sorgt dafür, dass Blätter und Triebe stabil bleiben. Fehlt Wasser, erschlafft das Gewebe. Ist zu viel davon vorhanden, fehlt den Wurzeln Sauerstoff. Die eigentliche Kunst liegt also nicht im „Wie“, sondern im richtigen Maß.

    Gießen von oben: der Klassiker mit System

    Beim Gießen von oben durchläuft das Wasser das gesamte Substrat. Es sickert nach unten und tritt – im Idealfall – durch die Abflusslöcher wieder aus. Genau das ist erwünscht, denn auf diese Weise werden überschüssige Salze und Kalk aus dem Topf gespült. Gerade bei regelmäßigem Düngen ist das ein wichtiger Effekt, um Salzstress und braune Blattspitzen zu vermeiden.

    Allerdings hat diese Methode auch ihre Tücken. Wer ständig nur kleine Mengen Wasser gibt, hält die Oberfläche dauerhaft feucht. Das begünstigt Trauermücken, Algenbildung und Schimmel. Zudem können nasse Blätter Pilzkrankheiten fördern, insbesondere bei dichter Anzucht oder empfindlichen Zimmerpflanzen.

    Bewährt hat sich deshalb ein klarer Rhythmus: lieber seltener, dafür durchdringend gießen. Das bedeutet, so viel Wasser zu geben, bis unten etwas austritt. Nach etwa 10 bis 20 Minuten sollte überschüssiges Wasser im Untersetzer konsequent abgegossen werden. Vor der nächsten Wassergabe hilft die Fingerprobe: Ist die obere Erdschicht einige Zentimeter tief abgetrocknet, kann erneut gegossen werden.

    Gießen von unten: kontrollierte Feuchte im Wurzelbereich

    Beim sogenannten Bottom-Watering steht der Topf für eine begrenzte Zeit in einer flachen Wasserschale. Über die Abflusslöcher saugt sich der Wurzelballen kapillar voll. Die Oberfläche bleibt dabei vergleichsweise trocken – ein klarer Vorteil bei der Anzucht oder bei Problemen mit Trauermücken.

    Diese Methode sorgt für eine sehr gleichmäßige Durchfeuchtung des Wurzelbereichs. Besonders bei feinen Anzuchterden oder hydrophob gewordenen Substraten, die Wasser von oben abperlen lassen, ist das hilfreich.

    Doch auch hier gilt: Maß halten. Bleibt der Topf zu lange im Wasser, entsteht Sauerstoffmangel. Die Folge können Wurzelfäule und Wachstumsstörungen sein. In der Praxis reicht meist eine Einweichzeit von 10 bis 30 Minuten. Sobald die Oberfläche leicht feucht erscheint, ist der Ballen durchzogen. Danach wird der Topf aus dem Wasser genommen, Restwasser vollständig entfernt.

    Ein wichtiger Punkt wird oft übersehen: Wer ausschließlich von unten gießt, spült keine Salze aus. Deshalb sollte spätestens nach einigen Durchgängen einmal kräftig von oben gegossen werden.

    Anzucht: besonders sensibel

    Keimlinge reagieren empfindlich auf Fäulnis und Trockenstress. Gleichzeitig sind Anzuchtsubstrate meist sehr fein strukturiert und speichern Wasser stark. Hier hat sich das Gießen von unten häufig bewährt, weil die Oberfläche trockener bleibt und das Risiko der sogenannten Umfallkrankheit sinkt.

    Entscheidend ist jedoch die Feuchteführung. Die Erde soll gleichmäßig feucht sein, niemals nass. Staunässe ist einer der häufigsten Gründe für Ausfälle in der Jungpflanzenphase. Regelmäßiges Lüften von Anzuchtschalen reduziert zusätzlich den Pilzdruck.

    Gegossen wird nicht nach Kalender, sondern nach Bedarf. Ein leichter gewordener Topf oder eine trockene obere Substratschicht sind verlässlichere Indikatoren als feste Intervalle.

    Zimmerpflanzen im Wohnraum: flexibel bleiben

    Im Wohnzimmer stehen oft ganz unterschiedliche Pflanzen nebeneinander – von Sukkulenten bis zu tropischen Blattpflanzen. Entsprechend variieren die Bedürfnisse stark.

    Als Faustregel gilt: Erst gießen, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Sukkulenten dürfen zwischen den Wassergaben komplett durchtrocknen. Klassische Grünpflanzen wie Monstera oder Philodendron benötigen meist alle fünf bis zehn Tage Wasser, im Winter deutlich weniger. Farne und andere durstige Arten sollten dagegen nie völlig austrocknen.

    Auch die Wasserqualität spielt eine Rolle. Regenwasser ist für viele Pflanzen ideal, da es weich und kalkarm ist. In Regionen mit hartem Leitungswasser können sich Kalkablagerungen im Substrat ansammeln und den pH-Wert verschieben. Hier kann das Mischen mit Regenwasser sinnvoll sein.

    Fazit: Keine Ideologie, sondern Beobachtung

    Weder das Gießen von oben noch das von unten ist grundsätzlich überlegen. Beide Methoden haben ihre Berechtigung. In der Praxis bewährt sich eine Kombination: von unten für eine gleichmäßige Feuchte und eine saubere Oberfläche, von oben zum gelegentlichen Durchspülen des Substrats.

    Entscheidend bleiben drei Punkte: ein durchlässiges Substrat, Töpfe mit Abflusslöchern und ein aufmerksamer Blick auf die Pflanze. Wer weniger nach Schema gießt und mehr beobachtet, wird langfristig gesündere und robustere Pflanzen kultivieren.

  • Anzuchttöpfe richtig wählen: So ziehst du kräftige Jungpflanzen ohne Wachstumsstress

    Anzuchttöpfe sind weit mehr als einfache Behälter mit Erde. Sie entscheiden darüber, wie gut sich Wurzeln entwickeln, wie stabil der Wasserhaushalt bleibt und wie stressfrei der Übergang ins Beet oder in größere Töpfe gelingt. Wer hier bewusst auswählt, erspart sich Schimmel, Kümmerwuchs und unnötige Ausfälle – und legt den Grundstein für gesunde, kräftige Pflanzen.

    Warum der richtige Anzuchttopf so wichtig ist

    In der sensiblen Keim- und Jungpflanzenphase reagieren Pflanzen besonders empfindlich auf Staunässe, Luftmangel oder beengte Wurzelräume. Ein guter Anzuchttopf muss daher drei Dinge leisten: Er gibt den Wurzeln Halt, hält die Feuchtigkeit gleichmäßig und ermöglicht später ein möglichst stressfreies Umtopfen oder Auspflanzen.

    Entscheidend ist dabei die Balance. Zu dichte Gefäße ohne ausreichende Drainage führen schnell zu „Sumpfbedingungen“, während sehr durchlässige Materialien häufigeres Gießen erfordern. Ebenso wichtig ist Sauerstoff im Wurzelbereich: Nur gut belüftete Wurzeln bilden feine Verzweigungen statt dicker Ringwurzeln am Topfrand.

    Kunststoff, Ton oder Naturfaser – welches Material passt?

    Klassische Kunststofftöpfe sind im Gartenbau weit verbreitet – und das aus gutem Grund. Sie sind leicht, langlebig, gut zu reinigen und bei mehrfacher Nutzung durchaus nachhaltig. Weil sie Feuchtigkeit relativ lange halten, sind sie besonders praktisch bei größeren Stückzahlen. Voraussetzung ist allerdings eine gute Drainage: Ablauflöcher sind unverzichtbar.

    Tontöpfe spielen ihre Stärke eher bei größeren Jungpflanzen oder Zimmerpflanzen aus. Durch ihre porösen Wände verdunstet Wasser schneller, was Staunässe vorbeugt und für ein gutes Wurzelklima sorgt. Dafür muss häufiger gegossen werden. Für die reine Sämlingsphase sind sie meist zu schwer und unpraktisch, als späterer Endtopf jedoch eine gute Wahl.

    Wer möglichst umweltbewusst arbeiten möchte, greift oft zu Torfquelltöpfen oder Presstöpfen. Sie können mitsamt Pflanze eingesetzt werden, was das Umpflanzen erleichtert. Allerdings bergen torfhaltige Produkte ökologische Nachteile, da Torf aus empfindlichen Moorökosystemen stammt. Torffreie Alternativen wie Kokos- oder Hanffasertöpfe sind hier eine interessante Option. Sie bieten eine gute Durchlüftung und lassen sich – je nach Material – ebenfalls mit einpflanzen. Wichtig bleibt auch hier: Dauerhafte Nässe fördert Schimmel.

    Selbstgemachte Lösungen aus Zeitungspapier, Papprollen oder Eierkartons sind kostengünstig und nachhaltig. Gerade für Tiefwurzler wie Sonnenblumen oder Bohnen eignen sich hohe Papprollen hervorragend. Allerdings reagieren Papierlösungen empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit. Gute Belüftung und maßvolles Gießen sind hier besonders wichtig.

    Im professionellen Bereich werden zudem Stofftöpfe oder spezielle Airpots verwendet. Sie optimieren die Wurzelbelüftung und verhindern Ringwurzelbildung, trocknen aber schneller aus und sind kostenintensiver. Für den klassischen Hobby-Gemüsegarten sind sie kein Muss, können bei empfindlichen Einzelpflanzen jedoch Vorteile bringen.

    Topfgröße und Kulturart richtig abstimmen

    Die Dauer der Vorkultur spielt eine zentrale Rolle bei der Wahl des Gefäßes. Kurzzeitkulturen wie Salat oder Radieschen kommen mit kleinen Multitopfplatten aus. Tomaten oder Paprika, die mehrere Wochen vorgezogen werden, benötigen meist 6–9 cm große Töpfe. Wer Chilis oder Stauden über längere Zeit kultiviert, sollte frühzeitig auf größere, volumenstabile Gefäße umsteigen.

    Auch das Wurzelsystem entscheidet. Tiefwurzelnde Arten profitieren von hohen Gefäßen, während flachwurzelnde Kulturen mit Standardtöpfen gut zurechtkommen. Besonders empfindliche Pflanzen wie Gurken oder Kürbisse danken es, wenn sie ohne Pikieren mitsamt Topf ins Beet gesetzt werden können.

    Anwendung: Substrat, Wasser und Hygiene

    Selbst der beste Topf nützt wenig, wenn Substrat und Pflege nicht stimmen. Für die Anzucht empfiehlt sich eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde. Sie fördert ein feines Wurzelwachstum und verhindert Überdüngungsschäden. Beim Befüllen sollte die Erde locker eingefüllt und nur leicht angedrückt werden – genug für Stabilität, aber ohne den Wasserabfluss zu behindern.

    Zu viel Wasser ist der häufigste Fehler in der Anzucht. Überschüssiges Gießwasser muss immer ablaufen können. In geschlossenen Minigewächshäusern hilft tägliches Lüften, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Nach der Keimung bevorzugen viele Pflanzen etwas kühlere Temperaturen und mehr Luftbewegung – das stärkt das Gewebe und reduziert Krankheitsdruck.

    Wiederverwendete Töpfe sollten gründlich gereinigt werden. Heißes Wasser mit etwas Essig entfernt Rückstände und reduziert Keime deutlich. Saubere Gefäße sind eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme gegen Krankheitsprobleme.

    Wann ist es Zeit zum Umtopfen?

    Statt starrer Zeitpläne zählt vor allem der Blick auf die Pflanze. Wachsen Wurzeln unten aus dem Topf, trocknet die Erde sehr schnell aus oder stagniert das Wachstum trotz guter Bedingungen, ist ein Wechsel sinnvoll.

    Für ein stressarmes Umtopfen wird einige Stunden vorher gegossen, damit sich der Wurzelballen leichter lösen lässt. Der Ballen sollte möglichst intakt bleiben; stark verfilzte Wurzelringe können vorsichtig aufgelockert werden. Faser- oder Papiertöpfe lassen sich direkt einsetzen – ein leichtes Einreißen beschleunigt das Durchwurzeln.

    Fazit

    Anzuchttöpfe sind kein nebensächliches Detail, sondern ein zentrales Werkzeug erfolgreicher Jungpflanzenanzucht. Material, Größe, Drainage und Hygiene beeinflussen die Wurzelentwicklung stärker, als es auf den ersten Blick scheint. Wer hier bewusst entscheidet und seine Pflanzen aufmerksam beobachtet, schafft beste Voraussetzungen für stabile, vitale Kulturen – vom ersten Keimblatt bis zur kräftigen Pflanze im Beet.

  • Zen im Beet – Die Lehre des Kiesels

    Ich bin ein großer Flusskiesel.

    Rund, schwer, unspektakulär.

    Früher trug mich das Wasser.

    Heute trägt mich die Erde.

    Ich liege zwischen Mangold und Ringelblumen, halb eingesunken in dunklen, lebendigen Boden. Die Menschen nennen das hier „Bio“. Ich nenne es: Kreislauf.

    Über Geduld

    Die Schnecke kriecht über mich hinweg.

    Sie hat es nie eilig.

    Manchmal dauert es Stunden, bis sie meine Rundung überquert. Kein Widerstand, kein Drama. Nur Bewegung im eigenen Tempo.

    Der Mensch daneben lockert hektisch die Erde, prüft das Wachstum, misst Feuchtigkeit.

    Ich habe gelernt:

    Wachsen geschieht nicht schneller, nur weil man daran zieht.

    Über Kontrolle

    Ein Kind stellt seinen Fuß auf mich.

    Es glaubt, fest zu stehen.

    Ein winziges Kippen genügt – und es wankt. Es lacht. Es findet sein Gleichgewicht neu.

    So ist es mit allem hier:

    Tomaten ranken, bis der Wind sie beugt.

    Bohnen klammern sich, bis sie loslassen müssen.

    Kontrolle ist eine höfliche Illusion.

    Gleichgewicht ist ein ständiges Üben.

    Über Wandel

    Ich wurde vom Fluss geformt.

    Hier formt mich die Zeit.

    Regen kühlt mich. Sonne wärmt mich. Im Winter trage ich Reif wie einen stillen Orden.

    Neben mir zerfällt Kompost zu Erde.

    Aus Erde wächst Salat.

    Aus Salat wird Mahlzeit.

    Aus Mahlzeit wird wieder Erde.

    Ich bewege mich nicht –

    und bin doch Teil der Bewegung.

    Über das Sein

    Die Gärtnerin hebt mich manchmal an.

    „Der schwere Brocken“, sagt sie.

    Sie ahnt nicht:

    Ich halte kein Beet zusammen.

    Ich halte keinen Zaun.

    Ich halte nur Raum.

    Raum für Insekten im Schatten.

    Raum für Füße, die innehalten.

    Raum für Gedanken, die langsamer werden.

    Vielleicht ist das genug.

    Wenn der Abend kommt und das Licht flach über den Garten streicht, glänze ich noch einmal wie früher im Fluss.

    Und ich denke:

    Man muss nicht rollen, um seinen Platz zu finden.

    Manchmal reicht es, still zu liegen –

    und alles bewusst zu spüren. 🌿

  • Unterirdisch gut drauf – Tagebuch eines Regenwurms

    Unterirdisch gut drauf – Tagebuch eines Regenwurms

    Hallo. Ich bin Günni.

    Regenwurm. Vollzeit-Bodenverbesserer. Nebenberuflich Philosoph.

    Ich wohne im wahrscheinlich besten Biokleingarten der Welt. Kein Kunstdünger, kein Gift, kein Umgraben mit brutaler Gewalt. Hier unten ist es… sagen wir mal… strukturstabil mit Humor.

    🌱 Mein Arbeitsplatz

    Während ihr oben Tomaten streichelt und über Mischkultur diskutiert, bin ich unten im Dauerbetrieb:

    • Ich lockere den Boden.
    • Ich ziehe Pflanzenreste ein.
    • Ich produziere feinsten Wurmhumus.
      (Manche nennen es „Wurm-Kacke“. Ich nenne es Premium-Kompost.)

    Und das Beste: Hier wird nicht gegraben. No-Dig, sagen die Menschen.

    Ich nenne es: „Bitte nicht stören, wir arbeiten hier!“

    Früher, in anderen Gärten, war das anders. Da kam jedes Frühjahr dieser Spaten. Zack – Wohnzimmer weg. Küche umgedreht. Nachbarn plötzlich oben. Traumatisch.

    Hier? Ruhe. Mulch. Laub. Kompost. Ein Wellnessbereich für Bodenlebewesen.

    🍂 Der Mulch – mein Buffet

    Wenn ihr oben Rasenschnitt oder gehäckselte Pflanzen verteilt, ist das für uns wie ein Lieferservice.

    „Oh, heute gibt’s Brennnessel-Reduktion mit Klee-Note.“

    Wir Würmer lieben Vielfalt. Je bunter eure Beete, desto abwechslungsreicher unser Speiseplan. Mischkultur für euch, Mehrgängemenü für uns.

    Nur Kaffeesatz bitte in Maßen. Sonst sind wir alle wach bis Mitternacht.

    🐦 Begegnungen der dritten Art

    Manchmal wird es gefährlich.

    Wenn dieser schwarze Vogel – ich nenne ihn „Herr Schnabel“ – im Garten landet, wird es spannend.

    Er hüpft. Lauscht. Zack.

    Kollege Rudi war schneller oben als geplant.

    Seitdem halte ich mich an die Regel:

    „Nie ohne Mulch reisen.“

    🌻 Die Sache mit den Wurzeln

    Ich mag eure Tomaten. Und die Bohnen. Und die alten Obstbäume.

    Nicht, weil ich sie esse – keine Sorge. Ich knabbere nur abgestorbenes Material.

    Aber ihre Wurzeln sind mein Autobahnsystem.

    Je gesünder die Pflanzen, desto besser mein Tunnelbau.

    Ihr denkt, ihr baut Gemüse an.

    In Wahrheit bauen wir gemeinsam Boden auf.

    Symbiose, Baby.

    🌧️ Wenn es regnet

    Regen ist mein Spotify-Playlist-Moment.

    Alles wird weich, locker, durchlässig.

    Dann komme ich auch mal kurz an die Oberfläche. Frische Luft schnappen. Sterne gucken. Über die Photosynthese nachdenken.

    Und dann schnell wieder runter.

    Man muss ja nicht übertreiben.

    🧘 Mein Fazit als Wurm

    Ein Biokleingarten ist kein Garten.

    Es ist ein Ökosystem mit Humor.

    Solange ihr:

    • Mulcht,
    • Kompost einarbeitet (oberflächlich bitte),
    • auf Chemie verzichtet,
    • und den Spaten im Schuppen lasst,

    bleibe ich euer treuester Mitarbeiter.

    Ohne Gehalt.

    Aber mit Leidenschaft.

    Wenn ihr also das nächste Mal eine besonders schöne, krümelige Erde in der Hand haltet – denkt kurz an mich.

    Ich bin dann wieder unten.

    Struktur machen.

    Euer

    Günni 🪱

  • Düngung im Kleingarten: Organisch oder mineralisch?

    Wer Gemüse anbaut, kommt an der Frage nicht vorbei:

    Wie dünge ich richtig – organisch oder mineralisch?

    Beide Wege führen zu gesunden Pflanzen. Der Unterschied liegt im Tempo, im Einfluss auf den Boden und im langfristigen Denken.

    Warum überhaupt düngen?

    Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe – vor allem:

    • Stickstoff (N) → Blattwachstum
    • Phosphor (P) → Wurzelbildung & Blüten
    • Kalium (K) → Stabilität & Widerstandskraft

    Ohne Nachschub sinken Ertrag und Pflanzengesundheit. Die Frage ist also nicht ob, sondern wie.

    Organische Düngung

    Was ist das?

    Organische Dünger bestehen aus natürlichen Materialien:

    • Kompost
    • Mist
    • Hornspäne
    • Pflanzenjauchen
    • Gründüngung
    • organische Handelsdünger

    Die Nährstoffe sind hier gebunden und werden erst durch Bodenorganismen freigesetzt.

    Vorteile

    • ✔ Fördert das Bodenleben
    • ✔ Verbessert Humusaufbau und Bodenstruktur
    • ✔ Wirkt langsam und nachhaltig
    • ✔ Geringeres Risiko von Überdüngung
    • ✔ Ideal für langfristig gesunde Böden

    Nachteile

    • ✖ Wirkung tritt verzögert ein
    • ✖ Nährstoffgehalt schwankt
    • ✖ Schwer exakt dosierbar

    Fazit:

    Organisch ist eine Investition in den Boden – nicht nur in die Pflanze.

    Mineralische Düngung

    Was ist das?

    Mineralische Dünger enthalten Nährstoffe in sofort verfügbarer Form.

    Beispiele:

    • Blaukorn
    • Kalkammonsalpeter
    • Flüssigdünger mit definiertem NPK-Wert

    Die Pflanze kann die Nährstoffe direkt aufnehmen.

    Vorteile

    • ✔ Schnelle Wirkung
    • ✔ Exakte Dosierung möglich
    • ✔ Gezielte Mangelbehebung
    • ✔ Planbar bei Starkzehrern

    Nachteile

    • ✖ Fördert kein Bodenleben
    • ✖ Risiko von Überdüngung
    • ✖ Kann Bodenversalzung begünstigen
    • ✖ Keine Humusbildung

    Fazit:

    Mineralisch ist präzise – aber kurzfristig gedacht.

    Der entscheidende Unterschied

    OrganischMineralisch
    LangsamSchnell
    Fördert BodenVersorgt Pflanze
    NachhaltigDirekt wirksam
    HumusaufbauKein Humusaufbau

    Was ist im Kleingarten sinnvoll?

    Im klassischen Schrebergarten mit Mischkultur und Dauerbewirtschaftung zeigt die Praxis:

    Organisch als Basis, mineralisch nur gezielt bei Bedarf.

    Beispiel:

    • Frühjahr: Kompost einarbeiten
    • Starkzehrer (Tomate, Kohl, Kürbis): bei Bedarf gezielt nachdüngen
    • Schwachzehrer (Salat, Bohnen): meist ohne mineralische Ergänzung

    Gerade bei langfristiger Bodenpflege – etwa im No-Dig-System – ist organische Düngung meist überlegen.

    Ein nüchterner Blick

    Mineraldünger ist nicht „schlecht“.

    Er ist nur ein Werkzeug.

    Wer ausschließlich mineralisch düngt, betreibt Pflanzenversorgung – aber keine Bodenpflege.

    Wer ausschließlich organisch düngt, braucht Geduld und Beobachtungsgabe.

    Der Garten entscheidet am Ende, nicht die Ideologie.

    Fazit

    • Für gesunden Boden: organisch
    • Für schnelle Korrekturen: mineralisch
    • Für nachhaltige Kleingärten: eine durchdachte Kombination

    Langfristig gewinnt fast immer der Boden.